Gewitter, Foto: Matthias Neufeld / Unsplash

Bei einem Gewitter geht niemand gerne draußen spazieren. Auch Biologinnen und Biologen, die sonst in der Natur Tiere beobachten, setzen sich ungern der Gefahr aus, von einem Blitz getroffen zu werden. Deshalb gibt es zwar einzelne Beobachtungen, Anekdoten und Bauernregeln darüber, was Tiere bei Gewitter tun. Wissenschaftliche Studien darüber gibt es jedoch nicht. Im Prinzip handeln Tiere wie wir Menschen: Sie suchen Schutz.

Wann Vögel bei Gewitter fliegen

Vögel hören bei Gewitter auf zu singen, und meistens hören sie auch auf zu fliegen, denn das ist bei dem stürmischen Wetter ohnehin schwierig. Eine Bauernregel besagt, dass Vögel nur dann trotzdem fliegen, wenn das Gewitter seitlich an ihnen vorbeizieht. Es kommt aber vor, dass auch sie Opfer von Blitzeinschlägen werden.

Nonnengänse vom Blitz erschlagen

Im Januar 2005 wurden in Ostfriesland 68 tote Nonnengänse gefunden, von denen die meisten höchstwahrscheinlich vom Blitz erschlagen worden waren. In diesem Ausmaß ist das ungewöhnlich. Einzelne Fälle sollen bei Nonnengänsen, die viel zwischen ihrem Futter- und Rastplatz pendeln, aber schon öfter vorgekommen sein, insbesondere in flachen Gebieten wie in Ostfriesland, wo sie wenig Möglichkeiten haben, sich zu schützen.

Dabei hört man oft, dass Tiere und besonders Vögel einen siebten Sinn haben sollen und ein Gewitter schon vorher spüren. Das sagt man jedoch auch über sensible oder wetterfühlige Menschen.

Unter Wasser ist man sicherer als auf dem Wasser

Vernünftige Menschen schwimmen bei Gewitter nicht im See. Fische haben da keine Wahl. Sie sind allerdings unter Wasser geschützter als ein Mensch, der mit seinem Kopf oben aus dem Wasser heraus guckt. Auch wenn ein Blitz in das Wasser einschlägt, ist die Entladung nur auf einen kleinen Bereich begrenzt und schwächt nach außen sehr schnell ab. Es ist auch denkbar, dass sich Fische bei Gewitter in unteren Bereichen des Wassers aufhalten, wo sie noch geschützter sind.

Diesen Text habe ich 2008 ursprünglich für den WDR geschrieben.

Foto: Matthias Neufeld / Unsplash

 


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