Symbolbild Silvester Wunderkerze Foto: Nong V / Unsplash

Wenn am frühen Silvesterabend bunte Gestalten von Haus zu Haus ziehen, dann sind das mit großer Wahrscheinlichkeit Menschen, die Rummelpott laufen. Sie singen traditionelle Lieder aus dem 19. Jahrhundert und hoffen dafür auf Gaben der Gastgeber. In ganz Norddeutschland gibt es diesen Brauch. Besonders verbreitet ist er aber in Schleswig-Holstein. 

Der „Rummelpott“ ist eigentlich ein Instrument: Eine Reibetrommel aus einem Topf, der mit einer Schweinsblase bezogen ist und in deren Mitte sich ein Rohrstock befindet. Heute sieht man diesen eigentlichen Rummelpott nur noch selten. 

Es wird oft erzählt, dass die Menschen mit den Geräuschen vom Rummelpott böse Geister vertreiben wollten. Mit irgendwelchen germanischen Riten hat der Brauch aber gar nichts zu tun. Eigentlich kommt er vom Sternsingen. Doch mit der Reformation hat es auch Verbote gegen diesen katholischen Brauch gegeben. Weil Sternsingen aber auch hieß, Nahrungsmittel zu bekommen, haben die Norddeutschen die Tradition nicht aufgegeben, sondern abgeändert.  

Heute laufen vor allem Kindergruppen von Tür zu Tür und hoffen auf Süßigkeiten und manchmal auch auf ein bisschen Geld. In manchen Gegenden, zum Beispiel in Flensburg und Husum, gehen aber auch Erwachsene Rummelpott laufen. Sie bekommen statt Süßem einen Schnaps. Manche haben dafür sogar ihr eigenes Glas dabei. Um es im Laufe des Abends nicht zu verlieren, binden sie es sich an einer Schnur um den Hals. 

Text und Radiobeitrag entstanden 2004 ursprünglich für NDR Info.

Foto: Nong V / Unsplash


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