Wie schnurren Katzen, Foto: Foto: Felice Wölke / Unsplash

Das Schnurren von Katzen wirkt auf viele Menschen beruhigend. Und es soll sogar heilsam sein. Doch wie genau Katzen überhaupt schnurren, ist noch nicht endgültig geklärt. 

Kehlkopf oder Zungenbein?

Die meisten Expert:innen gehen im Moment davon aus, dass das Schnurren im Kehlkopf entsteht. Demnach setzen Impulse aus dem Gehirn die Kehlkopfmuskulatur in Schwingungen. 

Eine weitere sehr verbreitete Theorie ist, dass das Zungenbein das Schnurren erzeugt, wenn die Atemluft daran reibt. Diese Theorie wird unter anderem damit begründet, dass das Zungenbein bei fast allen Katzen, die schnurren können, verknöchert ist. Bei den Großkatzen, die nicht schnurren oder nur bei der Ausatmung schnurren, ist das Zungenbein dagegen elastisch. Doch es gibt Ausnahmen wie den Schneeleoparden, der trotz eines beweglichen Zungenbeines sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen schnurren kann. 

Was man früher dachte

Eine veraltete Theorie besagt, dass das Schnurren mit Blutwallungen an der hinteren Hohlvene zusammenhängen. Eine andere Vermutung ist, dass falsche Stimmbänder, also Hautfalten im Hals, das Schnurren erzeugen könnten. 

Wann schnurren Katzen? 

Katzen fangen schon am zweiten Lebenstag an zu schnurren. Und sie tun es das ganze Leben lang in den verschiedensten Situationen: wenn sie sich wohlfühlen, wenn sie von Menschen gekrault werden, wenn sie krank sind und Schmerzen haben, in Stresssituationen, selbst kurz vorm Tod.

Allerdings können nicht alle Hauskatzen schnurren: Viele Britisch-Kurzhaar-Katzen etwa schnurren nicht. Dagegen schnurren fast alle Siamkatzen, die ohnehin als sehr kommunikativ und laut gelten. 

Warum schnurren Katzen? 

Schnurren gehört zur Kommunikation von Katzen dazu. Schon bei der Geburt und beim Säugen schnurren Katzenmütter. Die Jungen können das zwar noch nicht hören, weil sie taub geboren werden, aber sie spüren die Vibrationen. So wissen sie, wo ihre Mutter ist. 

Das Schnurren soll aber noch weitere Vorteile haben: So werden beim Schnurren möglicherweise Endorphine freigesetzt, die schmerzlindernd wirken können. Außerdem liegen die Schwingungen beim Schnurren in einem Frequenzbereich, der die Heilung von Muskeln und Knochen fördern soll. Das könnte auch erklären, wieso etwa Knochenbrüche bei Katzen schneller heilen als bei Hunden.

Dieser Text entstand 2012 zunächst für WDR 5.

Foto: Felice Wölke / Unsplash


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