Symbolbild Schlaf aus dem Bett fallen, Foto:  Lux Graves / Unsplash

Morgens wachen wir oft in einer anderen Position auf, als wir eingeschlafen sind. Wir haben uns hin- und hergerollt, sind aber nicht aus dem Bett gepurzelt. In Träumen durchleben wir nachts außerdem wilde Szenarien. Wir kämpfen, wir rennen um unser Leben, wir stehen vor einem riesigen Publikum auf der Bühne. Wieso fallen wir trotz dieser bewegten Träume nicht aus dem Bett?

Unser Schlaf teilt sich in verschiedenen Schlafphasen, grob in den Leichtschlaf, den Traumschlaf und den Tiefschlaf. Im Tiefschlaf bewegen wir uns kaum. Auch im Traumschlaf leben wir unsere geträumten Bewegungen nicht aus. Das liegt daran, dass die Impulse vom Gehirn zu den Muskeln blockiert sind.

Das Gehirn übernimmt die unbewusste Steuerung

Im Leichtschlaf und in kurzen Wachphasen kommt es oft vor, dass wir uns bewegen. Dann verarbeitet das Gehirn unbewusst die Signale, die vom Körper kommen. Wenn etwa das Signal kommt „Im Rücken fühle ich nichts mehr“, dann sendet es an die Muskeln das Signal „Schnell in die andere Richtung zurückrollen!“.

Bei Kindern funktioniert der Kontrollmechanismus noch nicht

Kleine Kinder können noch aus dem Bett fallen, wenn es kein Gitter oder eine andere Begrenzung hat. Das liegt daran, dass bei Kindern der Kontrollmechanismus noch nicht so gut funktioniert. Den müssen sie erst erlernen, so ähnlich wie das Gehen. Dabei handelt es sich um ein unbewusstes Lernen, das nicht aufs Schlafen allein bezogen ist. Es geht dabei um die Interaktion zwischen all den vielen Signalen, die der Körper von außen bekommt. Das Gehirn muss grundsätzlich lernen, wie es diese Signale verarbeitet und wie es dadurch Bewegungen steuert. Dieses System muss erst ausreifen.

Krankheiten und Alkohol lassen Erwachsene aus dem Bett fallen

Wenn Menschen zuviel Alkohol getrunken haben, funktionieren die Kontrollmechanismen nicht mehr optimal. Dann kann es zu unschönen Stürzen aus dem Bett kommen.
Auch bei Lähmungen wie etwa nach einem Schlaganfall ist es besser, eine Begrenzung am Bett zu haben. Das Gehirn sendet dann zwar die richtigen Impulse, aber die Motorik kann dadurch nicht beeinflusst werden.

Bei der REM-Schlafstörung werden Träume ausgelebt

Im REM-Schlaf träumen wir. Normalerweise ist die Muskulatur in diesen Phasen blockiert. Bei der sogenannten REM-Schlafstörung dagegen werden die geträumten Bewegungen aktiv ausgelebt. Dabei können Patientinnen und Patienten aus dem Bett fallen und sich selbst und mit im Bett liegende Menschen verletzten. Diese Erkrankung tritt vor allem bei Älteren und oft im Zusammenhang mit dem Parkinson-Syndrom oder einer Demenz auf. Mit Medikamenten lässt sich die REM-Schlafstörung in der Regel gut behandeln.

Text und Radiobeitrag entstanden 2014 ursprünglich für den WDR.

Foto: Lux Graves / Unsplash

 


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