Körpersprache Gesten Symbolbild, Foto: Jon Tyson / Unsplash

Sprechen mit Gesten

Wenn wir uns unterhalten, benutzen wir dabei oft Gesten. So auch bei den Wörtern „Ja“ und „Nein“. In den meisten Ländern sind die Gesten hierbei wie bei uns in Deutschland: Kopfnicken bedeutet Zustimmung, Kopfschütteln bedeutet Ablehnung.

Meinst du nun ja oder nein?

Es gibt aber auch Ausnahmen. In Bulgarien ist es zum Beispiel andersherum als bei uns. Wenn Bulgaren Deutschland besuchen, kann es deshalb leicht zu Missverständnissen kommen. Bei Gesprächen von Deutschen mit Griechen ist das auch möglich. Ebenso kann es bei den verschiedenen Kopfbewegungen in Indien zu Verwirrungen kommen. Da ist es am besten, man fragt einfach nochmal nach, was gemeint ist. 

Woher kommen die Kopfbewegungen?

Es gab Verhaltensforscher, die die Theorie aufgestellt haben, dass das Kopfnicken und das Kopfschütteln von den Bewegungen von Säuglingen an der Mutterbrust stammen könnte. Wenn sie keine Milch mehr wollen, drehen sie sich weg. Daraus könnte das Kopfschütteln entstanden sein. Heute glauben die allermeisten Wissenschaftler:innen nicht an diese Theorie. Ihr widerspricht unter anderem die Tatsache, dass die Gesten nicht überall auf der Welt die gleiche Bedeutung haben. 

Gibt es angeborene oder universelle Gesten?

Die Gesten, die wir beim „Ja“ und „Nein“ benutzen, sind nicht angeboren. Wenn wir zustimmen oder ablehnen, müssen wir erst überlegen. Wir müssen die Bedeutung von „Ja“ und „Nein“ als Kind erst lernen und sie mit Bewegungen in Verbindung bringen. Es sind also angelernte, kulturelle Zeichen und keine auf der ganzen Welt gültigen, universellen Gesten.

Da sind alle Menschen gleich: Gefühle zeigen

Anders als bei diesen Gesten ist es bei Mimik. Bei den sieben Grundemotionen Fröhlichkeit, Überraschung, Wut, Ekel, Furcht, Traurigkeit und Verachtung sind alle Menschen auf der Welt gleich. Bei Versuchen konnten Menschen aus unterschiedlichen Regionen die Gesichtsausdrücke anderer Menschen den richtigen Gefühlen zuordnen, egal, woher die anderen jeweils kamen.

Text und Radiobeitrag entstanden 2009 ursprünglich für den WDR.

Foto: Jon Tyson / Unsplash


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