Schwamm, Foto: NOAA/Unsplash

Um Nahrung aufzunehmen, benutzen die meisten Tiere ihren Mund. Es gibt aber auch Tiere ohne Mund. Sie müssen also irgendwie anders an ihr Futter herankommen.

Würmer, die von Nahrungsbrei umspült werden

Bandwürmer beispielsweise nehmen ihre Nahrung über die Haut auf. Als Parasiten leben sie im Darmkanal von Wirbeltieren. Sie besitzen weder einen Mund, noch einen Darm. Sie hängen sozusagen in ihrer Nahrung drin. Der Nahrungsbrei, von dem sie umspült werden, wurde vom Wirtstier schon stark zerkleinert und kann über die gesamte Körperoberfläche aufgenommen werden.

Tiere mit Symbionten im Körper

Eine andere Methode, ohne Mund an Nahrung zu gelangen, nutzen bestimmte Arten von Ringelwürmern. Der Bartwurm Riftia zum Beispiel lebt an Tiefseequellen, den so genannten schwarzen Rauchern. Dort wird Meerwasser im Gestein erhitzt und mit gelösten Bestandteilen, darunter Schwefel, wieder herausgestoßen. Diesen Schwefel können bestimmte Bakterien nutzen, um daraus Energie zu gewinnen. Der Bartwurm hat diese Bakterien als Symbionten in seinem Körper. Sein Darm ist zurückgebildet, dafür besitzt er ein spezielles Organ, in dem die Bakterien leben. So kann er die von den Bakterien gewonnene Energie mit nutzen und bietet den Bakterien im Gegenzug einen Lebensraum.

Wann ist ein Mund ein Mund?

Bei manchen Tieren ist es eine Definitionsfrage, ob sie einen Mund besitzen oder nicht. Was also ist überhaupt ein Mund? In einfach gesprochen ist der Darmkanal ein Rohr, das den Körper durchzieht. An zwei Stellen hat dieses Rohr eine Verbindung zur Außenwelt. Die vordere Verbindung nennt man Mund, die hintere nennt man After.

Mund und After in einem

Manche Tiere haben nur eine einzige Öffnung, die gleichzeitig als Mund und After dient. Sie nehmen mit der Öffnung Nahrung auf, verdauen sie, und was nicht verdaut werden kann, kommt aus der gleichen Öffnung wieder raus. Streng genommen haben diese Tiere also keinen Mund. Das ist bei Plattwürmern so und bei Nesseltieren, zu denen Korallen und Quallen gehören.

Ausströmöffnung bei Schwämmen

Noch ursprünglichere Tiere sind die Schwämme. Sie filtern Nahrungspartikel aus dem Wasser und erzeugen dafür einen Wasserstrom. Dafür besitzen sie eine Ausströmöffnung, aber keinen echten Mund.

Evolution: Ist so der Darm entstanden?

Das schlichteste mehrzellige Tier heißt Trichoplax und sieht aus wie eine große Amöbe. Trichoplax ist platt und hat eine obere und eine untere Zellschicht – und keinen Mund. Um zu fressen, bildet Trichoplax eine so genannte Fresstasche. Dafür kriecht das Tier über seine Nahrung und bildet einen Buckel. Mit der gesamten Unterseite kann es dann Nahrungspartikel aufnehmen. So umschließt es etwa kleine Algenzellen und bildet um sie herum einen abgeschlossenen Raum, in den es Verdauungsenzyme abgibt. Für die Evolutionsbiologie ist Trichoplax ein spannendes Tier, denn diese vorübergehend gebildete Fresstasche könnte ein ganz ursprünglicher Darm oder ein Vorläufer davon sein.

Das Audio entstand 2018 zunächst für den WDR.

Foto: NOAA / Unsplash

 


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